
In der Dominikanischen Republik befinden sich die höchsten Berge der Karibik. Der Pico Duarte und Pico La Pellona sind über 3000 Meter hoch.
Nachstehend lesen Sie meinen Reisebericht aus dem Jahr 1998 als Auszug aus "Dominikanische Republik für Individualisten". Ich habe festgestellt, dass der Bericht immer noch aktuell ist. Die Fotos sind im März 2010 auf zwei 5- und 6-Tagestouren zum Pico Duarte entstanden.
... Es war später Nachmittag als wir im Restaurant Molino saßen und über das unter uns liegende Cibao-Tal und die dahinter aufragende Zentralkordillere blickten. Wir tranken unsere Cuba-Libre, ließen die letzten Tage nochmals an uns vorüber ziehen. Das Abendrot stellte sich langsam ein. Ein strahlend blauer Himmel mit wenigen Bilderbuchwolken verwandelte sich langsam von einem sanften Orange in ein kräftiges Rot.
Wir wollten noch nicht zurück nach Cabarete. Träumend saßen wir dort und die Zeit schien uns stehen zu bleiben.
Es wurde dunkel, unter uns gingen die Lichter von Santiago und Moca an. Die Lichter von Moca gingen aber schnell wieder aus, Stromausfall. Wir bestellten einen weiteren Cuba-Libre und bestellten uns auch etwas zu essen. Es wurde ein wenig kühler hier bei Molino, aber innerlich wärmten uns die Cubas so nach und nach wieder auf.
Viele Menschen wünschen und träumen davon einmal auszusteigen, nur kurzzeitig, aber mal wirklich raus. Die letzten Wochen hatten wir es erlebt, einen Einblick in ein freies, unbeschwertes Leben erhalten. Dieser Ausflug hat sich tief in unser Gedächtnis eingegraben. Es war ein toller Ausflug und es ist immer noch so wie im Traum. Ein Land einmal wirklich kennenzulernen, nicht das was alle sehen, sondern „dahinter“ zu schauen. Das ist es!
Wir fingen an laut zu denken. Die Gedanken wurden immer lauter, und Mike fragte nur, wie das denn nun mit dem Pico Duarte sei, dem höchsten Berg der Karibik, welcher hoch oben in der Cordillera liegt, und den wir vor wenigen Minuten noch in einem so tollen Abendrot haben verschwinden sehn.
„Mike, probieren wir es aus. Fahren wir zurück nach Jarabacoa und besteigen wir ihn. Zeit haben wir noch genug.“
Ja, und so begann das nächste Abenteuer. Ich spürte eine unerträgliche Sehnsucht und Unruhe in mir. Ich wollte es entdecken: Die dominikanischen Alpen. Ist es so, wie geschrieben wird, wie Freunde erzählen. Das letzte Abenteuer in der Dominikanischen Republik? Auch die letzten Tage waren Abenteuer. Kann es noch mehr geben in einem Land, welches vom Massentourismus "heimgesucht“ wird?
Ich studierte in den nächsten Tagen alles an Büchern und Prospekten, was ich finden konnte. Bald stellte ich fest, dass in allen Reiseführern dasselbe drinstand. Ich sprach mit Andreas, einem deutschen Entwicklungshelfer, welcher ein Spezialist in Sachen Lago Enriquillo und Krokodillen auch schon desöftern den Pico Duarte bestiegen hat. Mit einem dominikanischen Kollegen haben sie ein Buch herausgegeben, mit mehreren Wegbeschreibungen zum und über den höchsten Berg der Karibik.














