Montags und freitags gibt es auf dominikanischen Gebiet, direkt an der Grenze,spezielle Wochenmärkte. Haitianer können zum Einkaufen und Verkaufen ihrer Waren ohne große Auflagen über die Grenze kommen. Für den Grenzhandel ist der Markt in Dajabón der wichtigste der Dominikanischen Republik. Viele Händler versorgen sich hier günstig mit Produkten aus Haiti um sie dann in anderen Landesteilen oder in Santo Domingo weiter zu verkaufen.
Die Grenze selbst ist der Fluss Masacre. Wir fragten kurz den Militärposten, ob wir bis auf die Brücke dürften. Kein Problem, hieß es. Es ist besser kurz zu fragen, da ab und an auch mal der Pass oder Aufenthaltsgenehmigungen verlangt werden.
Der Flusslauf war recht trocken und bot uns ein überaus buntes Bild. Haitianerinnen nutzen den Fluss zum Waschen ihrer Kleidung und legten diese dann zum Trocknen auf den Kiess. Hundert Meter rechts und links der Brücke saßen die Frauen mit ihren Kindern zwischen bunten Kleidungsstücken.

Unsere Fahrt ging weiter Richtung Loma de Cabrera, wo wir die Nacht verbringen wollten. Zunächst besuchten wir aber noch eine „typisch dominikanische Familie“. Im Hinterland von Dajabón wohnt Hilario mit seiner Frau und drei Kindern. Wir kennen die Familie schon viele, viele Jahre und kamen wie immer unangemeldet. Die Freude war riesig, da wir viele Jahre nicht mehr zu Besuch waren. Und das ist schon dominikanisch. Hilario hatte mittlerweile ein Zimmer angebaut, da die älteste Tochter ab und an mal zu Besuch kommt und ein eigenes Zimmer möchte. Wie immer war das Haus blitz blank und der Garten sauber gekehrt. Auch das ist dominikanisch. Wir wurden durchs Haus geführt, es wurde das Neuste über die Familienmitglieder berichtet und ein frischer Maracujasaft gereicht. Auch das ist dominikanisch. Die „typisch dominikanische Familie“ ist sehr gastfreundlich, liebenswert und ordnungsbewusst – deshalb typisch dominikanisch.
Hilario und seine Familie leben vom Verkauf der Kaschukerne und Maracujafrüchten. Hinter dem Haus hat er dann noch eine kleinere Erdnussplantage, zwei Schweine und ein paar Hühner.
Wir fuhren nun ein wenig kreuz und quer durch die Landschaft. Auf Schleichwegen kamen wir bis nach Loma de Cabrera, konnten so aber die recht abwechslungsreiche Natur bewundern. Vor wenigen Kilometern noch Kakteenwüsten und jetzt die ersten Ansätze der Berge mit Kiefern und Pinien.
Der Ort Loma de Cabrera liegt an den Ausläufern der Zentralkordillere, hier der Nalga de Maco und ist ein typisch ländlicher Ort. Das Stadtbild prägen noch sehr viele alte Holzhäuser im Gingerbreadstil. An jeder Ecke gibt es eine kleine Frittenbude oder Obststand. Man meint die Zeit sei still gestanden. Toll, wenn man aus einem Tourismuszentrum wie Cabarete oder auch der Hauptstadt Santo Domingo kommt. Hier gibt es sie noch nicht, die Hektik und den Stress.
Wir aßen im Restaurant von Rosa zu Abend und erfuhren hier auch, dass der Bruder ein kleines Hotel fertig gebaut hatte. So war auch für unsere Schlafgelegenheit gesorgt. Da wir am nächsten Tag die Grenzstraße zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti befahren wollten, gingen wir an diesem Abend recht früh zu Bett.



Abenteuer Rundreise Nov. 2009










